Obedience/Rally-Obedience - Sportarten auch für Menschen und Hunde mit Behinderungen


Obedience


Im Gegensatz zu vielen anderen Hundesportarten können beim Obedience auch Menschen und Hunde mit Behinderungen teilnehmen. Beim Hundeführer wird keine außergewöhnliche Sportlichkeit vorausgesetzt. Auch ältere oder leicht behinderte Hunde können mitmachen, da deren Einschränkung bei der Bewertung berücksichtigt wird. Körperliche Belastungen gibt es bei Obedience für Hund und Halter praktisch nicht.

Entsprechend der Prüfungsordnung des VDH muss der Hund für die Teilnahme in der Beginnerklasse oder in Klasse I mindestens 15 Monate alt sein. In der Klasse II muss der Hund 16 Monate und in der Klasse III 17 Monate alt sein. Vor der ersten Obedienceprüfung muss die Begleithundprüfung abgelegt werden. Die Teilnahme an Prüfungen der nächsthöheren Klasse ist möglich, wenn in einer Klasse die Wertung vorzüglich erreicht wurde.

Obedience ist die hohe Schule der Unterordnung. Kontrolliertes Verhalten in verschiedenen Situationen und Distanzen, Fußarbeit, Sitz und Platz werden in Perfektion vom Hund ausgeführt. Zum Obedience gehören neben der präzisen Beherrschung der Basishörzeichen auch das Apportieren von unterschiedlichen Materialien (Holz, Metall, Kunststoff) und vor allem die Kontrolle auf Distanz. Der Hundeführer lenkt seinen Hund nur durch Hör- und/ oder Sichtzeichen. Auf Entfernung muss der Hund zwischen der Sitz-, Steh-, und Platz-Position wechseln, wird auf Entfernung zu unterschiedlichen Markierungspunkten geschickt und muss zwischen rechts und links unterscheiden können. Beim Richtungsapport wird der Hund gezielt zu einem der drei ausgelegten Bringhölzer geschickt (Mitte, rechte Seite, linke Seite) und darf nur das angezeigte Objekt apportieren. Ein weiteres Element beim Obedience ist die Geruchsidentifikation. Aus mehreren identischen Objekten muss der Hund das herausfinden, welches der Hundeführer vorher berührt hat.



Rally-Obedience

Mit Rally-Obedience wurden Elemente des Obedience und der Hundesportart Agility verknüpft. Es stehen die perfekte Kommunikation und die gute partnerschaftliche Zusammenarbeit von Hund und Hundeführer im Vordergrund. Somit ist Rally-Obedience ein reiner Team-Sport, bei dem der Hund jederzeit angesprochen, gelobt und motiviert werden darf.
Hund/Hundeführer durchlaufen beim Rally-Obedience einen Parcours mit mehreren Stationen. Auf Schildern wird dem Team angegeben, was hier zu tun ist und in welche Richtung es weiter geht. Es müssen Übungen wie Sitz, Platz, Steh und auch Kombinationen aus diesen Elementen durchlaufen werden. Weiterhin gibt es Richtungsänderungen nach rechts und links um 90 Grad, 180 Grad und 270 Grad, Slalom um Pylonen, Hürden, voraussenden und abrufen des Hundes.

Rally Obedience Teilnehmer starten in den Klassen `Beginner´, Klasse I, II, III und `Senior´.
Durch Qualifikationen erfolgt der Aufstieg in die nächste höhere Klasse. In jeder Klasse werden folgende Punkte vergeben:
0 - 69 Punkte = nicht bestanden, 70 - 79 Punkte = gut, 80 - 89 Punkte = sehr gut, 90 - 100 Punkte = vorzüglich. Für ein `gut´ erhält das Team Hund/Hundeführer eine gelbe Schleife, für ein `sehr gut´ eine blaue und für ein `vorzüglich´ eine rote Schleife.